Rund um deine feminine Yogapraxis

Feminines Yoga verbindet dich auf einfache und freudvolle Weise mit dem Körper, respektiert Zyklen und öffnet einen Zugang zur Urkraft. Es ist verankert und kraftvoll sowie verspielt und freudvoll.

Feminines Yoga sind Yogaübungen, welche auf den weiblichen Körper zugeschnitten sind. Diese Übungen sehen auf den ersten Blick etwas anders aus. Insbesondere die Beine sind oftmals breiter gestellt . Wieso? Weil das weibliche Becken sich vom männlichen unterscheidet (da beim einem ja gegebenenfalls ein Baby rauskommen möchte). Wenn dich das interessiert, google es kurz, ziemlich spannend.

Die Yogasanas, welche in den Yogastudios hier praktiziert werden, wurden ursprünglich von Männer für Männer entwickelt. Jedoch unterrichten heute die meisten Yogalehrenden eine an das westliche medizinische Wissen angepasste Praxis. Das macht Sinn, denn zum Beispiel hat das viele Sitzen auf Stühlen einen Einfluss auf den gesamten Körper und sollte in den Ausrichtungen der Yogapraxis entsprechend berücksichtigt werden.

Doch: spezifische Anpassungen an den weiblichen Körper sind leider immer noch sehr selten. Eine Vorreiterin auf diesem Gebiet ist Uma Dinsmore-Tuli, welche mit Yoni Shakti eine umfassende Praxis für das weibliche Wohlbefinden erschaffen hat. Sie ist eine Vollblutyogini und von ihr stammen die untenstehenden Übungen, welche ich im meiner Ausbildung zur Well Woman Yoga Therapeutin bei ihr gelernt habe.

Wenn dich das Thema interessiert und du noch mehr über feminines Yoga lernen möchtest, dann komme an einen Workshop. An diesem hast du die Möglichkeit, viele Asanas in Ruhe und im Kreis mit Frauen zu üben und deine Praxis weiterzuentwickeln.

Drei Elemente im femininen Yoga

Diese femininen Elemente kannst du einfach und unkompliziert in deine bestehende Asanapraxis einfliessen lassen - und schon machst du mit deiner Yogapraxis noch mehr gutes für deine nKörper!

Sacred River Flow

Dies bezeichnet die energetische Verbindung zwischen dem Herz und Schossraum (oft auch Womb River genannt), welche wir in dieser Übung durch das bewusste Lenken der Aufmerksamkeit mittels Handbewegungen herstellten.

Die Verbindung zwischen dem Unterbauch und der Herzregion ist in vielen Traditionen bekannt, so etwa im Taoismus. Du kennst diese Verbindung auch aus der Yogapraxis. Zum Beispiel bei der yogischen Vollatmung, wo der Einatem zuerst in den Bauch und dann hoch in den Brustkorb gelenkt wird.

Was wir hier machen, ist ganz ähnlich. Wir unterstützen unsere Aufmerksamkeit dabei mit Handbewegungen und wenn du möchtest, kannst du auch deinen ganzen Körper dazu bewegen, wie im Video unten. Wichtig ist, dass du die Aufmerksamkeit immer vom Herzen in den Schossraum bringst (siehe dazu auch Apana Vayu). Als Alternative kannst du diese dann auch wieder hochbringen.

Schau dir das Video an und probiere es einfach aus! Meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Menschen sehr intuitiv in dieses Bewegungsmuster kommen.

Apana Vayu - Downward River

Ein ganz “nicht-yogisches” Beispiel - eine häufige Handbewegung um einen Menschen, der sich gerade ärgert zu beruhigen, ist die Hände mit nach unten gerichteten Handflächen vom Brustraum Richtung Boden zu bewegen. Das ist die Aktivierung der nach unten fliessenden Energie: wir versuchen, die hitzige Energie im Kopf (weshalb sich der Kopf oft auch rötet) nach unten in den Körper zu bringen.

Diese nach unten fliessende Energie ist hilfreich in der Zeit vor und während der Menstruation. Hier geht es nämlich darum, den Körper für die Entspannung zu öffnen und die “Energie” nach unten zu bringen. Dies kann einen ruhigen, sanften Blutfluss während der Menstruation begünstigen.

Ein Beispiel für Apana Vayu in der femininen Yogapraxis hast du bereits im Video oben kennengelernt. Nämlich der Teil der Übung, welche vom Herzen in den Schossraum führt. Simple as that!

Yoni Mudra

Mudras ist das Wort in Sanskrit für Handgesten. Diese können manchmal etwas esoterisch anmuten. Doch wir kennen es alle: nach einer Niederlage oder wenn wir wütend sind machen wir die Faust (welche manchmal sogar zu zittern anfängt!). Wenn wir mit dem ganzen Körper klar Stopp sagen möchten, stellen wir die Füsse breit und die Hände in die Hüfte. Wenn wir jemanden um etwas bitten, legen wir die Hände aufeinander und senken den Kopf leicht. Wenn wir uns erschrecken, legen wir eine Hand auf die Brust. Oder denken wir an Angela Merkels bekannte Handpose (“die Merkel-Raute”).

Diese Ausdrucksformen haben einen sozialen Effekt, das heisst sie kommunizieren unserem Gegenüber etwas und sie “kommunizieren” zu uns selbst.

Das Yoni Mudra - Yoni ist das Wort in Sanskrit für Vulva und Vagina - ist eine Geste deiner Hände, welche symbolisch für die Weiblichkeit steht. Die weibliche Energie (welche in allen Menschen ist) ist verbunden mit der Intuition und Kreativität. Gemäss Gertrud Hirschi ist das verflechtete ausgestrecket Yoni Mudra (uttarabodhi mudra) sogar das kraftvollste aller Mudras für einen “Inspirations-Boost”.

Auf dem Bild unten siehst du ein einfaches Yoni Mudra. Lege deine Hände das nächste Mal beim Sitzen oder im Liegen in diesem Dreieck auf deinen Bauch und atme zwischen deine Hände ein.

Einbauen in deine Yogapraxis

Dies geht ganz leicht! Wie du bis jetzt sicherlich schon gemerkt hast, geht es nicht darum, deine ganze Praxis zu ändern, sondern einzelne Elemente in deine bestehende Yogapraxis einzubauen.

Wenn du inspiriert bist Elemente einzubauen, dann empfehle ich dir die Sacred River Flows. Diese kannst du einfach im Sitzen oder Stehen durchführen und so auch optimal an deinen Zyklus angepasst trainieren.

Hier siehst du einen kurzen Ausschnitt einer Morgenpraxis von mir.

Was sind die Auswirkungen?

Viele Frauen berichten von gesteigerter Energie, welche aus einer tiefen Verankerung im Körper kommt. Leichtigkeit und Freude kommen auf. Du fühlst dich zentriert.

Feminine Yogaelemente sind auf die Bedürfnisse des weiblichen Körpers zugeschnitten und holen dich sozusagen auf einem tieferen Level ab.

Als Hauptpunkt würde ich anführen, dass es sich einfach meeega gut anfühlt :). Aber am einfachsten ist, du probierst es einfach mal aus. Viel Spass damit!

Wenn du mehr zum Thema lernen möchtest, dann komme an einen Workshop oder mache den Ausbildungsgang.

Previous
Previous

Zyklusyoga

Next
Next

Zyklisch leben